Von Duisburg nach Maastricht: Spuren eines Musketiers
von Harald Küst
Charles de Batz de Castelmore, bekannt als d’Artagnan, war mehr als die literarische Gestalt aus Alexandre Dumas’ Roman „Die drei Musketiere“. Er war Kommandeur der Musketiere Ludwigs XIV. und starb 1673 bei der Belagerung von Maastricht. Sein Grab galt seither als verschollen – bis möglicherweise jetzt. Bei Bauarbeiten in der Petrus-und-Paulus-Kirche in Maastricht entdeckten Archäologen nämlich ein Skelett unter dem früheren Altar – eine Grabstätte, die auf eine bedeutende Persönlichkeit hinweist. In unmittelbarer Nähe des Toten fand sich zudem eine französische Münze. Erste Untersuchungen legen nahe, dass es sich um die sterblichen Überreste des berühmten Musketier-Kommandeurs handeln könnte.
Doch die Bedeutung dieses Fundes reicht über die Stadtgrenzen Maastrichts hinaus – und verbindet sich mit einer überraschenden Spur in Duisburg. Denn d’Artagnan und seine Einheiten waren nicht nur in Frankreich aktiv. Im 17. Jahrhundert, im Zuge der Expansionskriege Ludwigs XIV., bewegten sich französische Truppen durch das Rheinland. Dabei kamen Einheiten der Musketiere zeitweise auch nach Duisburg. Die Stadt am Rhein lag strategisch günstig und diente als Teil der militärischen Routen, die in Richtung Niederlande führten. Duisburg war damit zwar kein zentraler Schauplatz der Musketier-Geschichte, wohl aber ein Teil jener Bewegungslinien, auf denen sich auch d’Artagnans Umfeld bewegte. Der mögliche Fund in Maastricht liegt genau am Ende dieser Route – am Ort seiner letzten Schlacht.
So schließt sich ein historischer Bogen: Was als lokale Duisburger Episode erscheinen mag, erweist sich im Licht der aktuellen Entdeckung als Teil eines größeren europäischen Gefüges. Die mutmaßlichen Überreste d’Artagnans erinnern daran, dass Geschichte ihre Spuren überall hinterlässt.









