Uruk, die erste Stadt
So 23. November 2025, 11:15 Uhr
Mercator Matinée – Vortrag von PD Dr. Ingo Schrakamp
Unter „Stadt“ versteht man im Allgemeinen ein geschlossenes Siedlungsgebiet mit hoher Bebauungs- und Bevölkerungsdichte und differenzierter Sozialstruktur, die das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum ihres Umlandes darstellt. Im Bereich der Keilschriftkulturen Mesopotamiens haben seit 1913 mehr als 30 Grabungskampagnen im sumerischen Uruk (heutigen Südirak) reichhaltige Befunde erbracht, auf deren Grundlage sich die Entstehung der ersten Stadt nachverfolgen lässt. Hier tritt uns um 3300 v. Chr. ein frühes Staatswesen entgegen, das durch eine urbane Kultur getragen wurde, die auf dem Bewässerungsfeldbau basierte und neben einer gegenüber den orangegangenen Perioden neuartige monumentalen Architektur, darstellende Kunst in Rund- und Flachbild, Rollsiegel und nicht zuletzt die Keilschrift hervorgebracht hatte. Bereits um 3000 v. Chr. bedeckte Uruk ein Siedlungsgebiet von rund 500 Hektar und hatte modernen Schätzungen zufolge eine Bevölkerung von 25.000-50.000 Einwohnern. Der Vortrag beleuchtet anhand archäologischer und keilschriftlicher Befunde die Entstehung der ersten Stadt und ihre Bedeutung für die weitere Entwicklung im Bereich der Keilschriftkulturen Mesopotamiens.
Priv.-Doz. Dr. Ingo Schrakamp
Geboren 1975 in Marburg/Lahn
2008 Promotion in Altorientalistik an der Philipps-Universität Marburg
2009- wissenschaftlicher Assistent am Institut für Altorientalistik,Freie Universität Berlin
2014 Vertretung der Professur für Assyriologie, Universität Heidelberg
2018 Habilitation für Altorientalistik an der Freien Universität Berlin
2018- Privatdozent am Institut für Altorientalistik, Freie Universität Berlin
2022-2025 Vertretung der Professur für Altorientalistik, Universität Münster
2025-2027 Vertretung der Professur für Altorientalistik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Aktuelle Publikation:
E. Cancik-Kirschbaum/I. Schrakamp (Hrsg.): Keilschriftrecht zwischen Theorie und Praxis, Episteme in Bewegung. Beiträge zu einer transdisziplinären Wissensgeschichte Band 43, Wiesbaden 2026
Kartenreservierungen empfohlen!
Tel: 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de
Ein Glas Wein oder Saft sowie der Besuch der Ausstellungen sind inklusive!
Eintritt zu den Matinéen 6 €, ermäßigt 4 €
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